Ein Eldorado für coole Kids und Abenteurer

Ein Bericht von jemanden, der es wissen muss.

Endlich geht es los! Schon seit einer Million Stunden warte ich auf diesen Tag – ich will Skifahren! Auch Mama und Papa setzen sich endlich. Der Zug fährt ab. Wenn man aus dem Fenster schaut, kann einem schon mulmig werden – es geht ganz schön bergab neben den Gleisen. Papa meint aber, ich brauche keine Angst zu haben: der Zug fährt schon seit fast hundert Jahren diese Strecke. Man ist zwar nur zweieinhalb Stunden von Zürich nach Disentis unterwegs, aber ich kann es kaum erwarten.

Vom Zug in den Schlauchreifen

Der Zug hält an und schwupps bin ich draussen – meine Eltern, die lahmen Enten, brauchen mal wieder länger. Gottseidank ist es nicht weit ins Catrina Hotel. Ich springe im Zimmer auf und ab und dränge meine Eltern, dass sie sich beeilen. Ich weiss schon ganz genau, was ich heute machen will. «Gehen wir bitte, bitte zum Snowtubing?», frage ich ganz brav. Mama lächelt und sagt: «Gleich nachdem wir unsere Skiausrüstung ausgeliehen haben.» «Juhuuu!»; rufe ich. Wir laufen zur LuftseilbahnDisentis – Caischavedra. Sie liegt direkt gegenüber vom Hotel. Eine halbe Ewigkeit später – Mama sagt es waren nur 15 Minuten – stehen wir am Förderband. «Gleich geht’s los!», freue ich mich. Ich darf als erster und weil ich schon gross bin, darf ich ganz allein in den Snowtube. Papa schupst mich an: huuuuuiiiiiii! Gleich nochmal! Auch meine Eltern haben Spass. Erst als die Sonne weg ist, gehen wir nach Hause. Morgen geht’s los mit dem Skikurs. Das weiß ich so genau, weil mich meine Mama schon von daheim aus übers Internet zum Kurs angemeldet hat. Das war kinderleicht!

Vom Kinderrestaurant aus die Kids beobachten

Ein bisschen nervös bin ich schon beim Vorfahren – aber ich schaffe es in die Fortgeschrittenengruppe. Hurra! Mama und Papa sagen noch irgendwas, dass sie mal aus Disentis rausfahren und die neue Verbindung zwischen Andermatt und Sedrun ausprobieren, aber sofort da sind, wenn ich was brauche. Was soll ich schon brauchen? Skifahren! Jetzt! Los! 

Der Magen knurrt. Hoffentlich gibt’s heute Wienerli mit Pommes im Familienrestaurant Caischavedra. Ja ja, es gibt sicher auch was Gesünderes – das können ja meine Eltern essen. Am Nachmittag kommen mich Mama und Papa abholen. Die sind ja heute richtig gut drauf. Jetzt wollen sie sogar noch Kuchen im Caischavedra essen. Das Restaurant liegt direkt neben der Pony-Piste. Ich hab‘ ja die Vermutung, dass Mama und Papa mir von dort aus schon ein bisschen zugeschaut haben und jetzt schon den zweiten Kuchen verputzen. Aber okay, ist ja Urlaub! Hauptsache ich krieg meine Schoggi-Torte! Uff, jetzt bin ich aber hundemüde – gottseidank ist es nicht weit ins Hotel.

Schlechtwetter? Endlich kann man all die coolen Sachen machen!

Ohje, heute ist das Wetter nicht so gut. In der Skischule macht das Skifahren aber trotzdem Spass. Am Nachmittag wird es noch wolkiger – Mama und Papa holen mich deshalb schon früher. Heute gibt’s das Schlechtwetterprogramm! Darauf hab‘ ich mich insgeheim schon gefreut! Ich weiss ganz genau was jetzt kommt: Entweder Eislaufen, da landet mein Papa immer so lustig auf dem Hintern. Oder Schlitteln, da schimpft meine Mama immer den Papa und mich, wenn wir nicht bremsen. Wir machen einen Kompromiss. Wir fahren zur steileren Rodelbahn in Milez-Rueras, dafür kriegt Mama ein Schweizer Fondue im Fonduestübli in Andermatt. Man würde meinen, das ist ein weiter Weg, weil Andermatt ja sogar in einem anderen Kanton liegt als Disentis. Kanton ist quasi das schweizerische Wort für Bundesland – Andermatt liegt im Kanton Uri. Sedrun und Disentis sind Teile von Graubünden. Das hat mir die Mama erzählt.

Apropos: In Andermatt ist doch Matti, der Bär, mit seiner Bärenhöhle im coolen Familienrestaurant! Matti ist übrigens ein Bär, weil das das Wappentier von Andermatt ist. «Darf ich bitte mitkommen?», bettle ich meine Eltern. Ganz überzeugt sind sie noch nicht, aber ich bringe sie schon noch dazu. Erst mal rodeln!

Immer diese kitschigen Eltern

Mama hat gar nicht geschimpft, auf der Rodelbahn war es auch gar nicht eisig. In den nächsten Tagen bekommt Mama ihr Fondue, bevor es ins Fonduestübli geht, treffe ich in Andermatt endlich Matti und im Skikurs in Disentis geht’s auch voran. Wir sind sogar schon mit dem langen Sessellift gefahren und beim Skirennen am Freitag war ich bei den schnellsten dabei! Mama und Papa sind ganz stolz. «Wir haben eine Überraschung für dich, weil du so brav warst», sagen sie zu mir. Ich schaue sie schon ganz erwartungsvoll an. Sie verraten mir nicht, wo wir hingehen. Plötzlich stehen wir vor einem Feld mit lauter Plastikkugeln, wo Leute drinnen stecken und lustige Sachen machen. «Willst du auch mal in so ein Ding? Das heisst Zorbing», fragt mich Papa, ich nicke schon ganz aufgeregt. Meine Eltern lächeln sich so komisch an und Mama sagt: «Ach schau nur, wie seine Augen leuchten.» Igitt, jetzt küssen sie sich. Da bin ich lieber auf und davon im nächsten Abenteuer!